So schützen Sie sich vor der E-Mail-Spam

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Was ist Spam?

Spam sind E-Mails mit unerwünschter Werbung. Der Empfänger bekommt die Nachricht also unverlangt. Spam wird nicht persönlich geschrieben und verschickt, die Versender („Spammer“) verschicken Mails an mehrere, oft sogar Millionen Empfänger. Spam-Nachrichten erkennen Sie meist schon am Absender oder an immer wieder verwendeten Betreffzeilen wie „Re: Ihre Anmeldung“ oder „Glückwunsch – Sie haben gewonnen!“. Spam aus dem Ausland lässt sich meist noch einfacher erkennen. Oder haben Sie Freunde, die Ihnen Nachrichten mit dem Betreff „/iagra at $0.87 per dose“ schicken?

Warum und wie werden Spam-Mails verschickt?

Spam-Mails sind ein Werbe- und Lockmittel. Sie lassen sich ohne großen Aufwand weltweit millionenfach verschicken. Richtig viel Stress hat dagegen der Empfänger, wenn er den Werbemüll herunterlädt, liest und dann den Müll aus dem Postfach aussortieren muss. Für den Spammer ist der Aufwand dagegen so gering, dass sich das Geschäft selbst dann lohnt, wenn nur ein Bruchteil der Empfänger auf die Spam-Mail reagiert. Der Spam-Versand erfolgt meist automatisch über spezielle Programme. Der Spammer startet eine Software und wartet darauf, dass möglichst viele Nutzer auf seine Nachricht hereinfallen.

Spam-Profis verschicken Werbebotschaften nicht vom eigenen Computer. Das würde bei Millionen E-Mails viel zu lange dauern. Zudem wäre das Risiko, entdeckt zu werden, zu groß. Spammer nutzen meistens Bot-Netze, per Schadprogrammen gekaperte PCs, zum Verschicken der Werbung.

Was für Arten von Spam-Mails gibt es?

  • Werbe-Mails: Besonders verbreitet sind Werbe-Mails rund um die Themen Gesundheit und Medikamente, windige Jobangebote mit exorbitanten Verdienstmöglichkeiten sowie Finanz-Dienstleistungen, die extrem hohe Renditen versprechen.
  • Spam mit Schädlingen: Gefährlich sind Spam-Nachrichten, die im Anhang Schadsoftware wie Viren, Würmer oder sogenannte trojanische Pferde verstecken. Statt der versprochenen prickelnden Bilder etwa von Angelina Jolie haben Sie dann schlimmstenfalls einen Trojaner auf dem PC, der Ihre privaten Daten ausspioniert, etwa die Geheimnummer (PIN) fürs Internet-Banking.
  • Phishing: Eine ganz miese Nummer. Mit Phishing-Mails versuchen Spammer, sich private Daten wie Kontonummern und Passwörter zu angeln. Als Köder setzen sie dabei Namen und Logos bekannter Unternehmen ein, bevorzugt von Banken. In der Nachricht wird der Empfänger dann aufgefordert, der Internetseite der Bank einen Besuch abzustatten. Oft ist von einem Sicherheitsloch die Rede, das es möglichst schnell zu stopfen gilt. Der Internetverweis in der E-Mail führt dann zu einer täuschend echt aussehenden, aber gefälschten Internetseite, auf der der Empfänger sein Passwort ändern oder die persönlichen Daten nach PIN-Eingabe aktualisieren soll. Diese Daten lassen sich abgreifen und für kriminelle Zwecke nutzen.
  • Warn- oder Falschmeldungen: „Hoaxes“ (auf Deutsch: „Täuschungen“) sind E-Mails mit Falschmeldungen, die den Empfänger verunsichern und ängstigen sollen. Sie enthalten Warnungen vor Computerviren oder sind Kettenbriefe, die dem Empfänger angeblich Unglück bringen, wenn er sie nicht innerhalb kürzester Zeit an möglichst viele Bekannte schickt. Die Warnungen sind erfunden und haben keinen ernst zu nehmenden Hintergrund.
  • Betrugsversuche: Mit sogenannten Scam-Mails („scam“, auf Deutsch: „Betrug“) versuchen Kriminelle, den Empfängern mit Geld aus der Tasche zu ziehen – angeblich erhalten Sie den Betrag später in vielfacher Höhe zurück. Das berühmteste Beispiel ist die sogenannte „Nigeria-Connection“. Wer sich darauf einlässt, sieht sein Geld nie wieder.

So funktionieren Spam-Filter

Nach deutschem Recht ist es verboten, Personen unaufgefordert Werbung per E-Mail zu senden. Das interessiert die Spammer, die meist im Ausland arbeiten, herzlich wenig. Besonders oft werben sie für Gesundheit und Medikamente.

Was passiert, wenn ich auf Spam-Angebote eingehe?

Wer auf Spam-Angebote eingeht, handelt sich fast immer Ärger und Probleme ein, zum Beispiel:

  • Medikamente: Per Spam werden häufig gefälschte Medikamente angeboten. Damit gehen Sie ein hohes Risiko ein, denn oft sind diese Medikamente kaum wirksam. Manchmal fehlt der eigentliche Wirkstoff des Originalpräparats sogar völlig. Es kommt sogar vor, dass die gefälschten Medikamente mit gesundheitsgefährdenden Stoffen verseucht sind.
  • Gefälschte Produkte: Vorsicht, wenn Ihnen zum Beispiel eine Rolex-Uhr zum Sonderpreis angeboten wird – es handelt sich praktisch immer um Fälschungen. Wenn der Zoll gefälschte Ware entdeckt, kann er sie beschlagnahmen und vernichten. Die gefälschten Produkte sind fast immer von geringerer Qualität als die Originale. Zudem müssen Sie zum scheinbar günstigen Preis immer die 19 Prozent Einfuhrumsatzsteuer und bis zu 17 Prozent Zoll addieren, wenn die Ware nicht aus der Europäischen Union stammt.
  • Finanzgeschäfte: Fast in allen Fällen stecken Internetbetrüger hinter solchen Angeboten. Wer darauf hereinfällt und zum Beispiel als „Finanzassistent“ Geld für die Betrüger ins Ausland überweist, haftet für den Schaden und macht sich außerdem strafbar.
  • Glücksspiel: Das ist in fast allen Fällen illegal. Sie machen sich also strafbar. Zudem können Sie Gewinne nicht einklagen.

Wie kommen die Spam-Versender an meine E-Mail-Adresse?

Früher oder später wird fast jede E-Mail-Adresse mit unerwünschter Werbung bombardiert. Spammer nutzen drei gängige Methoden, um an die Adressen zu kommen.

  • Namenslexikon: Mithilfe eines Namenslexikons erzeugt eine Software Zigtausende zufällige E-Mail-Adressen. Da viele dieser Adressen nicht existieren, läuft der Großteil der Spam-E-Mails ins Leere.
  • E-Mail-Adressen kaufen: Zwielichtige Unternehmen bieten Listen mit Millionen E-Mail-Adressen zum Kauf an. Da schlagen Spammer gerne zu.
  • Sammelprogramme: Spammer oder Adresshändler nutzen spezielle Sammelsoftware. Diese Spambots oder Harvester genannten Programme grasen das Internet nach E-Mail-Adressen ab. Ob die gefundenen E-Mail-Adressen auch wirklich existieren, prüfen die Ganoven mit anderen Programmen, den Web-Wanzen.

Wie funktionieren Spam-Filter?

Die Spam-Filter, beispielsweise von E-Mail-Programmen, nutzen mehrere Techniken zur Spam-Erkennung:

  • IP-Adresse: Die meisten Spam-Mails werden von ganz bestimmten Computerzugängen aus versendet. Das lässt sich an der IP-Adresse erkennen. Stammt eine Nachricht von einem als Spam-Schleuder bekannten Computer, wird sie aussortiert.
  • Absenderadresse: Einige Verfahren nutzen die Absenderadresse zur Filterung. Da Spammer ihre Adresse jedoch einfach fälschen können, ist dieses Verfahren unzuverlässig.
  • Inhalt: Oft weist der Inhalt einer E-Mail auf Spam hin. Die Spam-Filter untersuchen deshalb die Betreffzeile und die Nachricht auf bestimmte Schlagwörter, etwa „Viagra“. Auch wenn bestimmte Wörter auffällig oft auftauchen, schlägt der Spam-Filter Alarm. Clevere Spammer versuchen allerdings, die Filter auszutricksen, indem sie typische Schlagwörter absichtlich falsch schreiben, durch Sonderzeichen verfremden (etwa „/!@gr/“ statt „Viagra“) oder Bilder einbauen, in denen sich der Werbetext versteckt.
  • Filterlisten: In der „Blacklist“ (auf Deutsch: „schwarze Liste“) stehen alle Spam-Filtermerkmale, etwa Schlagwörter sowie IP- und Absenderadressen. Abhängig von Spam-Filter und Einstellung werden E-Mails, die ein Merkmal aus der Blacklist aufweisen, entweder gelöscht oder als Spam gekennzeichnet und in einen bestimmten Ordner verschoben. Anders herum funktioniert die „Whitelist“ („weiße Liste“). Post von darin eingetragenen Absenderadressen landet nie im Spam-Ordner, sondern immer im Posteingang.
  • Training: Viele Spam-Filter haben einen sogenannten Trainingsmodus. Dabei passen Sie die Filter listen (Blacklist und Whitelist) an, indem Sie einzelne E-Mails gezielt als „gut“ oder „schlecht“ markieren. Wenn Sie den Trainingsmodus einige Zeit verwenden, erhöht sich die Trefferquote des Spam-Filters meist deutlich. Danach stellen Sie den Filter wieder auf automatisches Sortieren um.

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